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Paukenschlag im KI-Markt: Perplexity AI bietet 34,5 Milliarden Dollar für Google Chrome

KI-Suchmaschine Perplexity wagt Frontalangriff auf Google mit Mega-Übernahmeangebot für Chrome Browser - was steckt dahinter?

Robin Böhm
14. August 2025
6 min read
#AI #Perplexity #Google #Tech-Unternehmen #Übernahme #Browser #Chrome
Paukenschlag im KI-Markt: Perplexity AI bietet 34,5 Milliarden Dollar für Google Chrome

TL;DR: Das KI-Startup Perplexity AI hat ein Übernahmeangebot von 34,5 Milliarden Dollar für Googles Chrome-Browser abgegeben. Das entspricht etwa dem doppelten Unternehmenswert von Perplexity selbst. Google zeigt sich wenig begeistert, könnte aber durch ein laufendes Kartellverfahren zum Verkauf gezwungen werden.

Der Vorstoß scheint auf den ersten Blick irrwitzig: Das gerade mal drei Jahre alte KI-Startup Perplexity AI will den Chrome-Browser von Google kaufen - für schlappe 34,5 Milliarden Dollar. Aber in der Tech-Welt ist gerade nichts mehr unmöglich, besonders wenn Kartellbehörden mitspielen.

Die wichtigsten Fakten

  • 📅 Zeitpunkt: Angebot wurde diese Woche (August 2025) eingereicht
  • 💰 Kaufpreis: 34,5 Milliarden US-Dollar in bar
  • 🎯 Zielgruppe: 3,5 Milliarden Chrome-Nutzer weltweit
  • 🔧 Technologie: Integration von KI-Suche direkt in den Browser
  • 📊 Impact: Potenzieller Game-Changer im Suchmaschinenmarkt

Was macht dieses Angebot so brisant?

Google hat Chrome nicht zum Verkauf gestellt - im Gegenteil. Der Browser ist ein zentraler Baustein in Googles Ökosystem. Aber hier kommt das US-Justizministerium ins Spiel: Im Rahmen eines laufenden Kartellverfahrens könnte Google gezwungen werden, Chrome abzugeben. Ein Richter urteilte bereits, dass Google ein Monopol bei der Onlinesuche hat.

Die Strategie hinter dem Mega-Deal

Direkter Zugang zu Milliarden Nutzern

  • Chrome hat über 60% Marktanteil bei Browsern
  • 3,5 Milliarden aktive Nutzer weltweit
  • Sofortige Reichweite ohne jahrelangen Marktaufbau

KI-Integration als Trumpfkarte

  • Perplexitys KI-Suche direkt im Browser
  • Alternative zu Googles Suchmaschine
  • Eigener AI-Browser “Comet” könnte integriert werden

Datenhoheit und Trainingsdaten

  • Browserdaten für KI-Training
  • Nutzerverhalten in Echtzeit verstehen
  • Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen KI-Anbietern

Technische Details der Vision

Perplexity schwebt eine radikale Neuausrichtung von Chrome vor:

Aktueller Chrome → Google-Suche als Standard
Perplexity-Chrome → KI-gestützte Antworten direkt in der Adressleiste

Was das konkret bedeutet:

  • Keine Suchergebnislisten mehr, sondern direkte KI-Antworten
  • Integration von Perplexitys Quellenangaben-System
  • Möglicherweise personalisierte KI-Assistenten pro Tab

Vergleich mit der Konkurrenz

FeatureChrome heutePerplexity-VisionEdge mit Copilot
KI-IntegrationMinimalVollständigTeilweise
SuchergebnisseLinksKI-AntwortenHybrid
Marktanteil65%Potenzial11%
DatennutzungGoogle-zentriertKI-TrainingMicrosoft

Die Finanzierung - Das große Fragezeichen

Perplexity wird aktuell mit etwa 18 Milliarden Dollar bewertet. Wie soll ein Unternehmen das Doppelte seines eigenen Wertes aufbringen?

Die Investoren-Allianz:

  • Nvidia ist bereits investiert
  • Softbank als großer Geldgeber
  • Mehrere Investmentfonds signalisieren Interesse
  • Möglicherweise strukturierte Finanzierung über mehrere Jahre

Stimmen aus der Tech-Branche

“Wenn zwei von drei Internetnutzern diesen Browser verwenden, wäre solch eine Transaktion ein Game-Changer, der selbst ChatGPT mit seinen 700 Millionen aktiven Nutzern herausfordern könnte” — Philipp Klöckner, Tech-Experte

Die Reaktionen sind gemischt: Während einige den Mut von Perplexity loben, sehen andere das Angebot als PR-Coup ohne realistische Erfolgschancen.

Was bedeutet das für Entwickler und Unternehmen?

Für Entwickler

  • Potenzielle neue APIs für KI-Integration
  • Änderungen bei Web-Standards möglich
  • Chrome-Extensions könnten KI-Features bekommen

Für Unternehmen

  • SEO könnte durch “Answer Engine Optimization” ersetzt werden
  • Direktere Kundeninteraktion über KI-Antworten
  • Neue Werbeformate in KI-gestützten Browsern

Konkurrenten in Lauerstellung

Perplexity ist nicht allein mit seinem Interesse:

  • OpenAI: Gerüchte über eigenen Browser oder Chrome-Interesse
  • Yahoo: Hat ebenfalls Interesse signalisiert
  • Apollo Global Management: Beteiligungsgesellschaft prüft Optionen
  • DuckDuckGo: CEO schätzt Chrome-Wert auf mindestens 50 Milliarden

Roadmap & mögliche Zeitschiene

August 2025: Gerichtsentscheidung über Googles Kartellmaßnahmen erwartet Q4 2025: Mögliche Verkaufsverhandlungen, falls Google verliert 2026: Frühester Zeitpunkt für Ownership-Transfer 2027: Vollständige Integration von Perplexity-Tech in Chrome

Die regulatorische Perspektive

Das US-Justizministerium sieht in der Chrome-Abspaltung eine Möglichkeit, Googles Marktmacht zu brechen. Aber auch ein Verkauf an Perplexity müsste kartellrechtlich geprüft werden:

  • Schafft Perplexity ein neues Monopol?
  • Wie wird Datenschutz gewährleistet?
  • Welche Auflagen könnten kommen?

Fazit: David gegen Goliath oder PR-Stunt?

Perplexitys Angebot für Chrome ist entweder der mutigste Schachzug in der Tech-Geschichte oder ein genialer PR-Coup. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.

Was dafür spricht:

  • Kartellverfahren erhöht Verkaufswahrscheinlichkeit
  • Strategisch sinnvoll für KI-Distribution
  • Starke Investoren im Hintergrund

Was dagegen spricht:

  • Finanzierung noch unklar
  • Google wird sich wehren
  • Technische Integration komplex

Eines ist sicher: Die nächsten Monate werden zeigen, ob aus dem kühnen Angebot Realität wird. Für die KI-Branche wäre es ein Erdbeben - und für uns Nutzer möglicherweise der Beginn einer völlig neuen Art, das Internet zu durchsuchen.

Next Steps für Interessierte:

  1. Perplexity AI kostenlos testen unter perplexity.ai
  2. Chrome-Alternativen evaluieren für den Fall der Fälle
  3. Die Gerichtsentscheidung im August 2025 verfolgen

Letzte Aktualisierung: 14.08.2025 Quellen: Capital.de, Wall Street Journal, Handelsblatt, eigene Recherchen

Geschrieben von Robin Böhm am 14. August 2025