TL;DR: Das KI-Startup Perplexity AI hat ein Übernahmeangebot von 34,5 Milliarden Dollar für Googles Chrome-Browser abgegeben. Das entspricht etwa dem doppelten Unternehmenswert von Perplexity selbst. Google zeigt sich wenig begeistert, könnte aber durch ein laufendes Kartellverfahren zum Verkauf gezwungen werden.
Der Vorstoß scheint auf den ersten Blick irrwitzig: Das gerade mal drei Jahre alte KI-Startup Perplexity AI will den Chrome-Browser von Google kaufen - für schlappe 34,5 Milliarden Dollar. Aber in der Tech-Welt ist gerade nichts mehr unmöglich, besonders wenn Kartellbehörden mitspielen.
Die wichtigsten Fakten
- 📅 Zeitpunkt: Angebot wurde diese Woche (August 2025) eingereicht
- 💰 Kaufpreis: 34,5 Milliarden US-Dollar in bar
- 🎯 Zielgruppe: 3,5 Milliarden Chrome-Nutzer weltweit
- 🔧 Technologie: Integration von KI-Suche direkt in den Browser
- 📊 Impact: Potenzieller Game-Changer im Suchmaschinenmarkt
Was macht dieses Angebot so brisant?
Google hat Chrome nicht zum Verkauf gestellt - im Gegenteil. Der Browser ist ein zentraler Baustein in Googles Ökosystem. Aber hier kommt das US-Justizministerium ins Spiel: Im Rahmen eines laufenden Kartellverfahrens könnte Google gezwungen werden, Chrome abzugeben. Ein Richter urteilte bereits, dass Google ein Monopol bei der Onlinesuche hat.
Die Strategie hinter dem Mega-Deal
Direkter Zugang zu Milliarden Nutzern
- Chrome hat über 60% Marktanteil bei Browsern
- 3,5 Milliarden aktive Nutzer weltweit
- Sofortige Reichweite ohne jahrelangen Marktaufbau
KI-Integration als Trumpfkarte
- Perplexitys KI-Suche direkt im Browser
- Alternative zu Googles Suchmaschine
- Eigener AI-Browser “Comet” könnte integriert werden
Datenhoheit und Trainingsdaten
- Browserdaten für KI-Training
- Nutzerverhalten in Echtzeit verstehen
- Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen KI-Anbietern
Technische Details der Vision
Perplexity schwebt eine radikale Neuausrichtung von Chrome vor:
Aktueller Chrome → Google-Suche als Standard
Perplexity-Chrome → KI-gestützte Antworten direkt in der Adressleiste
Was das konkret bedeutet:
- Keine Suchergebnislisten mehr, sondern direkte KI-Antworten
- Integration von Perplexitys Quellenangaben-System
- Möglicherweise personalisierte KI-Assistenten pro Tab
Vergleich mit der Konkurrenz
Feature | Chrome heute | Perplexity-Vision | Edge mit Copilot |
---|---|---|---|
KI-Integration | Minimal | Vollständig | Teilweise |
Suchergebnisse | Links | KI-Antworten | Hybrid |
Marktanteil | 65% | Potenzial | 11% |
Datennutzung | Google-zentriert | KI-Training | Microsoft |
Die Finanzierung - Das große Fragezeichen
Perplexity wird aktuell mit etwa 18 Milliarden Dollar bewertet. Wie soll ein Unternehmen das Doppelte seines eigenen Wertes aufbringen?
Die Investoren-Allianz:
- Nvidia ist bereits investiert
- Softbank als großer Geldgeber
- Mehrere Investmentfonds signalisieren Interesse
- Möglicherweise strukturierte Finanzierung über mehrere Jahre
Stimmen aus der Tech-Branche
“Wenn zwei von drei Internetnutzern diesen Browser verwenden, wäre solch eine Transaktion ein Game-Changer, der selbst ChatGPT mit seinen 700 Millionen aktiven Nutzern herausfordern könnte” — Philipp Klöckner, Tech-Experte
Die Reaktionen sind gemischt: Während einige den Mut von Perplexity loben, sehen andere das Angebot als PR-Coup ohne realistische Erfolgschancen.
Was bedeutet das für Entwickler und Unternehmen?
Für Entwickler
- Potenzielle neue APIs für KI-Integration
- Änderungen bei Web-Standards möglich
- Chrome-Extensions könnten KI-Features bekommen
Für Unternehmen
- SEO könnte durch “Answer Engine Optimization” ersetzt werden
- Direktere Kundeninteraktion über KI-Antworten
- Neue Werbeformate in KI-gestützten Browsern
Konkurrenten in Lauerstellung
Perplexity ist nicht allein mit seinem Interesse:
- OpenAI: Gerüchte über eigenen Browser oder Chrome-Interesse
- Yahoo: Hat ebenfalls Interesse signalisiert
- Apollo Global Management: Beteiligungsgesellschaft prüft Optionen
- DuckDuckGo: CEO schätzt Chrome-Wert auf mindestens 50 Milliarden
Roadmap & mögliche Zeitschiene
August 2025: Gerichtsentscheidung über Googles Kartellmaßnahmen erwartet Q4 2025: Mögliche Verkaufsverhandlungen, falls Google verliert 2026: Frühester Zeitpunkt für Ownership-Transfer 2027: Vollständige Integration von Perplexity-Tech in Chrome
Die regulatorische Perspektive
Das US-Justizministerium sieht in der Chrome-Abspaltung eine Möglichkeit, Googles Marktmacht zu brechen. Aber auch ein Verkauf an Perplexity müsste kartellrechtlich geprüft werden:
- Schafft Perplexity ein neues Monopol?
- Wie wird Datenschutz gewährleistet?
- Welche Auflagen könnten kommen?
Fazit: David gegen Goliath oder PR-Stunt?
Perplexitys Angebot für Chrome ist entweder der mutigste Schachzug in der Tech-Geschichte oder ein genialer PR-Coup. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.
Was dafür spricht:
- Kartellverfahren erhöht Verkaufswahrscheinlichkeit
- Strategisch sinnvoll für KI-Distribution
- Starke Investoren im Hintergrund
Was dagegen spricht:
- Finanzierung noch unklar
- Google wird sich wehren
- Technische Integration komplex
Eines ist sicher: Die nächsten Monate werden zeigen, ob aus dem kühnen Angebot Realität wird. Für die KI-Branche wäre es ein Erdbeben - und für uns Nutzer möglicherweise der Beginn einer völlig neuen Art, das Internet zu durchsuchen.
Next Steps für Interessierte:
- Perplexity AI kostenlos testen unter perplexity.ai
- Chrome-Alternativen evaluieren für den Fall der Fälle
- Die Gerichtsentscheidung im August 2025 verfolgen
Letzte Aktualisierung: 14.08.2025 Quellen: Capital.de, Wall Street Journal, Handelsblatt, eigene Recherchen