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KI-Bots übernehmen das Internet: 51% des Web-Traffics sind automatisiert

Historischer Wendepunkt: KI-Bots generieren erstmals mehr Internet-Traffic als Menschen. Was bedeutet das für Automation Engineers und die Zukunft des Webs?

Robin Böhm
1. Dezember 2025
6 min read
#AI-Automation #Web-Security #Bot-Management #LLM-Training #Traffic-Analysis
KI-Bots übernehmen das Internet: 51% des Web-Traffics sind automatisiert

KI-Bots übernehmen das Internet: 51% des Web-Traffics sind automatisiert

TL;DR: Laut dem aktuellen Imperva Bad Bot Report 2025 stammen erstmals über die Hälfte aller Internetanfragen von automatisierten KI-Systemen. Allein malicious Bots machen 37% des gesamten Web-Traffics aus. Für Automation Engineers bedeutet das fundamentale Änderungen in Bot-Management, Infrastructure-Planning und ethischen Überlegungen. Der Wendepunkt ist erreicht: Zum ersten Mal in der Geschichte des Internets übersteigt der automatisierte Bot-Traffic den menschlich generierten Datenverkehr. Was für Science-Fiction-Autoren wie ein dystopisches Szenario klingt, ist 2025 messbare Realität geworden. Der neue Imperva Bad Bot Report zeigt: 51% des gesamten Internet-Traffics stammen von Bots – und die Mehrheit davon ist KI-getrieben.

Die wichtigsten Punkte

  • 📅 Verfügbarkeit: Report veröffentlicht April 2025, Daten aus globalem Netzwerk-Monitoring
  • 🎯 Zielgruppe: DevOps-Teams, Security Engineers, Automation-Praktiker, API-Developer
  • 💡 Kernfeature: 37% des Traffics stammt von malicious Bots (+5% YoY), 14% von good Bots
  • 🔧 Tech-Stack: Imperva, Cloudflare, Akamai für Bot-Detection; n8n, Make, Zapier für Automation

Was bedeutet das für Automation Engineers?

Die Explosion des Bot-Traffics ist direkt mit dem Aufstieg von Large Language Models (LLMs) und deren unstillbarem Datenhunger verbunden. LLM-Crawler und AI-Bots sind ein signifikanter Teil des Bot-Traffics – diese Bots scrapen kontinuierlich Websites für Training-Daten. Das spart zwar Zeit bei der Datensammlung, aber die Implikationen sind weitreichend.

Der konkrete Impact auf Automatisierungs-Workflows

Zeitersparnis vs. Ressourcen-Verbrauch: High-Volume Bot-Crawler können Tausende bis Zehntausende von Anfragen pro Minute generieren. Was bedeutet das für Ihre Automation-Infrastruktur? Ein ungeschützter n8n-Workflow, der externe APIs konsumiert, könnte innerhalb von Sekunden Rate-Limits erreichen oder DDoS-ähnliche Bedingungen verursachen. Praktisches Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie betreiben einen Scraping-Workflow mit Puppeteer in n8n. Früher reichten 100 Requests pro Minute. Heute konkurrieren Sie mit ByteSpider (41% aller AI-powered Bot-Attacken laut Imperva 2025 Report) und müssen Ihre Rate-Limiting-Strategien fundamental überdenken.

Technische Details: Die Bot-Landschaft 2025

Die Hauptakteure im Bot-Ökosystem

Laut dem Imperva 2025 Bad Bot Report gehören zu den wichtigsten Bot-Playern:

  • ByteSpider Bot: 41% der AI-powered Bot-Attacken (Imperva 2025)
  • Meta, Google, OpenAI: Große KI-Crawler mit signifikantem Traffic-Anteil
  • Verschiedene LLM-Crawler: Kontinuierlich wachsender Marktanteil
  • Traditional Bots: Weiterhin aktiv in verschiedenen Branchen

API-Angriffe explodieren

44% des fortgeschrittenen Bot-Traffics zielt auf APIs ab. Das ist kritisch für Automation Engineers, deren Workflows oft stark API-abhängig sind. Die Attacken beschränken sich nicht auf simple DDoS:

  • Business Logic Exploitation
  • Automatisierte Payment-Fraud
  • Account-Hijacking via Credential Stuffing
  • Massive Datenexfiltration

Die Bot-Management-Toolchain für 2025

Enterprise-Grade Solutions

Imperva Bot Detection (Marktführer):

  • Machine Learning Verhaltensanalyse
  • IP Request Rate Limiting
  • Integration mit WAF und API Protection
  • Real-Time Threat Intelligence
  • Leistung: Blockiert Billionen von malicious Requests jährlich (Teil des globalen Threat-Intelligence-Netzwerks) Akamai Bot Manager:
  • KI-basiertes Browser Fingerprinting
  • Tausende von bekannten Bot-Signaturen (kontinuierlich aktualisiert)
  • Big Picture Reporting
  • Zeitersparnis: Automatische Bot-Klassifikation spart 15-20 Stunden pro Woche in Security Operations Cloudflare Bot Management:
  • Edge-basierte Detection
  • JavaScript Challenge System
  • Granulare Rule-Sets
  • Integration: Native Unterstützung für Workers und Pages

Integration in Automation-Stacks

Für n8n/Make/Zapier User ergeben sich konkrete Handlungsempfehlungen:

  1. Rate Limiting implementieren: Jeder ausgehende API-Call sollte durch einen Rate-Limiter laufen
  2. User-Agent Rotation: Legitime Automation sollte sich als solche identifizieren
  3. robots.txt respektieren: Compliance wird zunehmend wichtiger
  4. Monitoring ausbauen: Bot-Traffic in eigenen Dashboards tracken

Praktische Nächste Schritte

1. Audit Ihrer bestehenden Automations

Überprüfen Sie alle Workflows auf:

  • Fehlende Rate-Limits
  • Ungeschützte API-Endpoints
  • Fehlende Bot-Detection Zeiteinsparung: Ein strukturierter Audit verhindert später stundenlange Debugging-Sessions bei mysteriösen Rate-Limit-Errors.

2. Bot-Management-Strategy entwickeln

Entscheiden Sie:

  • Welche Bots sind erwünscht? (SEO-Crawler, Monitoring)
  • Welche müssen blockiert werden? (Scraper, Malicious Bots)
  • Wie identifizieren Sie legitime Automation? Im Workflow bedeutet das: Erstellen Sie eine zentrale Allow/Block-List, die alle Ihre Automation-Tools referenzieren.

3. Implementieren Sie Bot-Detection

Selbst für kleine Projekte lohnt sich Basic Bot Protection:

// Cloudflare Workers Bot Management Beispiel
// Voraussetzung: Bot Management muss aktiviert sein
// Bot Score Range: 1-99 (niedrigere Werte = höhere Bot-Wahrscheinlichkeit)
export default {
  async fetch(request) {
    const botScore = request.cf.botManagement.score;
    const verifiedBot = request.cf.botManagement.verifiedBot;
    // Legitime Bots (Google, Bing) zulassen
    if (verifiedBot) {
      return fetch(request);
    }
    // Verdächtige Bots blocken (Score < 30)
    if (botScore < 30) {
      return new Response('Bot detected', { status: 403 });
    }
    // Normalen Traffic durchlassen
    return fetch(request);
  }
};

Der größere Kontext: Was kommt als Nächstes?

Die 51%-Marke ist nur der Anfang. Mit der Explosion von AI Agents (Claude MCP, OpenAI Assistants) wird der Bot-Traffic weiter exponentiell wachsen. Prognose für 2026: 65-70% Bot-Traffic, davon 45% AI-driven.

Governance und Compliance

Die EU diskutiert bereits Bot-Traffic-Regularien. Undisclosed Scraping könnte bald illegal werden. Für Automation Engineers bedeutet das:

  • Transparente Bot-Kennzeichnung wird Pflicht
  • API-Keys und Authentication werden Standard
  • Rate-Limiting wird zur Compliance-Anforderung

Die Chancen nutzen

Nicht alles ist negativ. Der Bot-Boom schafft auch Opportunities:

  • Bot-Detection as a Service: Neuer Markt mit 15% CAGR
  • Ethical Scraping Solutions: Compliance-konforme Datensammlung
  • Bot-Orchestration Platforms: Management von good Bots

Fazit: Die Zukunft ist automatisiert – aber kontrolliert

Der Übergang zu einem Bot-dominierten Internet ist keine Dystopie, sondern Evolution. Für Automation Engineers, die diese Entwicklung verstehen und proaktiv managen, ergeben sich massive Effizienzgewinne. Ein gut konfigurierter Bot-Management-Stack spart 20-30 Stunden pro Monat an manueller Security-Arbeit. Die Herausforderung liegt nicht darin, Bots zu stoppen – sondern die guten von den bösen zu unterscheiden und beide effizient zu managen. Die Tools existieren, die Best Practices entwickeln sich, und die Community lernt schnell. Die Integration mit bestehenden Automation-Tools wie n8n, Make oder Zapier wird dabei zum kritischen Erfolgsfaktor. Wer heute in Bot-Management investiert, sichert morgen die Stabilität seiner Automation-Infrastruktur.

Geschrieben von Robin Böhm am 1. Dezember 2025