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MCP wird Open Source: Anthropic spendet Model Context Protocol an Linux Foundation

MCP wird Open Source: Anthropic spendet Model Context Protocol an Linux Foundation

Robin Böhm
16. Dezember 2025
5 min read
#AI #Automation #Technology
MCP wird Open Source: Anthropic spendet Model Context Protocol an Linux Foundation

TL;DR: Anthropic übergibt das Model Context Protocol (MCP) an die neu gegründete Agentic AI Foundation unter dem Dach der Linux Foundation. Gemeinsam mit OpenAI und Block entsteht damit ein herstellerneutraler Standard für die Verbindung von AI-Agenten mit Tools und Datenquellen – das spart konkret Integrationszeit und löst das N×M-Integrationsproblem für Automatisierungs-Engineers. Das Model Context Protocol (MCP) macht den nächsten großen Schritt: Gut ein Jahr nach seiner Einführung durch Anthropic (25. November 2024) wird es zur vendor-neutralen Open Source Technologie. Die neu gegründete Agentic AI Foundation (AAIF), gehostet von der Linux Foundation, übernimmt die Governance und treibt die Weiterentwicklung als Community-Projekt voran.

Die wichtigsten Punkte

  • 📅 Verfügbarkeit: Ab sofort unter neutraler Governance der Agentic AI Foundation
  • 🎯 Zielgruppe: AI-Automatisierungs-Engineers, Enterprise-Entwickler und Tool-Anbieter
  • 💡 Kernfeature: Universeller Standard-Bus für AI-Agenten zu Tools und Datenquellen
  • 🔧 Tech-Stack: JSON-RPC basiert, unterstützt stdio, HTTP/SSE Transport

Was bedeutet das für AI-Automation-Engineers?

Im Workflow bedeutet das eine massive Vereinfachung: Statt für jede Kombination aus AI-Modell und externem Tool eine eigene Integration zu bauen, definiert MCP einen standardisierten Weg. Ein MCP-Server exponiert Tools, Ressourcen und Prompts als versionierte Schnittstellen, die jeder MCP-kompatible Client nutzen kann.

Die Gründungsmitglieder bringen konkrete Assets mit

Anthropic spendet das Model Context Protocol selbst – ein ausgereiftes Protokoll, das bereits in Claude Desktop integriert ist und von über 10.000 publizierten MCP-Servern genutzt wird. Block (ehemals Square) steuert goose bei – einen open-source, local-first AI-Agenten-Framework, der als Referenz-Implementierung für MCP dient und bereits von tausenden Entwicklern genutzt wird. OpenAI bringt AGENTS.md ein – einen Standard für projekt-spezifische Anleitungen, die AI-Coding-Agenten helfen, kontextspezifisch zu arbeiten.

Technische Details: So funktioniert MCP als Standard-Bus

MCP löst das klassische N×M-Integrationsproblem der AI-Automatisierung. Statt dass jedes AI-Modell (Claude, GPT, Gemini) mit jedem Tool (CRM, Datenbank, API) einzeln verbunden werden muss, fungiert MCP als universelle Middleware:

Integration mit Automatisierungs-Plattformen

Die Integration mit n8n, Make oder Zapier erfolgt typischerweise über:

  • HTTP/SSE-Endpoints: MCP-Server läuft als Service und wird per HTTP-Request-Node angesprochen
  • stdio-Integration: Lokaler MCP-Client wird direkt aus Workflow-Nodes gestartet
  • Webhook-Pattern: Zapier/Make triggern MCP über Webhooks, übergeben Kontext als JSON-Payload Das spart konkret Entwicklungszeit: Was früher Wochen für neue Integrationen dauerte, ist mit vorhandenen MCP-Servern in Tagen erledigt. Die wiederverwendbaren Tool-Definitionen reduzieren Wartungsaufwand und vereinfachen Multi-LLM-Setups erheblich.

Bereits unterstützte Plattformen

  • Claude Desktop (Anthropic)
  • Cursor (AI-Code-Editor)
  • Microsoft Copilot
  • Google Gemini
  • VS Code Extensions
  • ChatGPT (via OpenAI) Über 10.000 MCP-Server sind bereits publiziert, inklusive Fortune-500-Deployments in produktiven Umgebungen.

Praktischer Impact: ROI und Business-Value

Zeitersparnis durch Standardisierung

Die Reduktion des Integrationsaufwands ist messbar: Unternehmen berichten von einer Verkürzung der Time-to-Production von Wochen auf Tage für neue AI-Tool-Integrationen. Der standardisierte Ansatz eliminiert redundante Entwicklung und ermöglicht schnelle A/B-Tests zwischen verschiedenen LLMs.

Enterprise-Ready Security Features

MCP adressiert kritische Enterprise-Anforderungen:

  • Authentifizierung & Autorisierung: OAuth/JWT und RBAC-Support
  • Daten-Governance: Explizite Tool-Schemas kontrollieren Datenexposition
  • Audit & Compliance: Zentrale Logging-Mechanismen für alle Tool-Aufrufe
  • Deployment-Flexibilität: On-Premise oder isolierte VPC-Deployments möglich

Konkrete Business-Probleme, die MCP löst

  1. Vendor-Lock-In vermeiden: Wechsel zwischen AI-Anbietern ohne Neuimplementierung
  2. Skalierbare Multi-Model-Orchestrierung: Ein Tool-Set für alle AI-Modelle
  3. Compliance-konforme AI-Integration: Zentrale Governance und Audit-Logs
  4. Reduzierte Wartungskosten: Ein MCP-Adapter statt dutzender Point-to-Point Verbindungen

Praktische Nächste Schritte

So startet man heute mit MCP

  1. Pilot-Projekt definieren: 2-3 Use-Cases identifizieren (z.B. CRM-Enrichment, Ticket-Triage)
  2. MCP-Server aufsetzen: Referenz-Implementierung nutzen (Filesystem, Git, Memory)
  3. Tool-Adapter erstellen: Minimalen Connector mit klaren Input/Output-Schemas
  4. Automatisierung verbinden: HTTP-Node in n8n/Make implementieren
  5. Security & Monitoring: Auth, Logging und Rate-Limits konfigurieren
  6. Messen & Skalieren: KPIs tracken und Tool-Katalog erweitern

Verfügbare Ressourcen für den Einstieg

Das MCP-Ökosystem bietet bereits umfangreiche Ressourcen:

  • Referenz-Server für gängige Tools (Git, Filesystem, Web-APIs)
  • Client-Libraries für verschiedene Sprachen
  • Community-Beispiele und Tutorials
  • goose als vollständige Referenz-Implementierung

Was kommt als Nächstes?

Die Agentic AI Foundation plant eine community-getriebene Weiterentwicklung mit Fokus auf:

  • Interoperabilität: Noch bessere Cross-Platform-Integration
  • Security: Enterprise-Grade Features für produktive Deployments
  • Performance: Optimierung für Low-Latency und High-Throughput
  • Standards: Weitere Tool-Standards unter dem AAIF-Dach Entwickler und Unternehmen können über die Linux Foundation Website und GitHub der Foundation beitreten und zur Entwicklung beitragen.

Fazit: Ein wichtiger Schritt für die AI-Automatisierung

Die Überführung von MCP in eine vendor-neutrale Foundation ist ein Meilenstein für die AI-Automatisierungs-Community. Es schafft die Grundlage für ein interoperables Ökosystem, in dem Tools und AI-Modelle nahtlos zusammenarbeiten – unabhängig vom Anbieter. Für Automatisierungs-Engineers bedeutet das: Weniger Zeit mit Integrationen, mehr Zeit für Business-Value. Die standardisierten Schnittstellen und die wachsende Community machen MCP zur logischen Wahl für zukunftssichere AI-Automatisierungen.

Geschrieben von Robin Böhm am 16. Dezember 2025